Alpwirtschaft Handegg

Die Alpen Handegg und Steinhaus sind rau und karg und gleichzeitig von berührender wildromantischer Schönheit. Während Jahrhunderten trugen sie zur Existenzsicherung der ansässigen Bergbauernbetriebe und ihren Familien bei.

 

Die gesellschaftlichen Veränderungen und die Strukturanpassungen in der Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte verlangten auch nach Anpassungen in der Alpwirtschaft. Die Steinhausalp wird heute mit Galtvieh und Schafen bestossen. 1969 wurde der letzte Bergkäse von der Steinhausalp ins Dorf getragen.

Die Alp Handegg liegt weit verzweigt mit kleinräumigen Weideflächen zwischen Breitenwald und Kunzentännlen. Die Alp Oberes Aegerstein liegt unterhalb des Dorfes Guttannen. Beide Alpen sind Eigentum der Bäuertgemeinde Guttannen. Die Entwicklungen der letzten Jahre führten zu vermehrter Zusammenarbeit und schliesslich zur Erweiterung der Alpkäserei Handegg. Ab dem Jahr 2011 wird die Milch der rund 60 Kühe von den beiden Alpen Handegg und Aegerstein/Allmend zusammengeführt und in der Alpkäserei Handegg zu Alpkäse verarbeitet. Durch die touristisch gute Lage der Alpkäserei wird dem Direktverkauf von Alpprodukten besondere Beachtung geschenkt. Der Gast kann bei der Herstellung des Käses zuschauen und verschiedene Alpprodukte direkt in der Käserei beziehen. Trotz modernen Einrichtungen erfolgt die Herstellung des Alpkäses im herkömmlichen Kupfer-Chessi auf offenem Feuer.

 

Die Kühe stammen grösstenteils von Landwirten aus der Gemeinde Guttannen. Sie werden zum Teil in Alpställen und zum Teil im fahrbaren Melkstand gemolken. Die Alpzeit an der Handegg dauert rund 110 Tage, im Aegerstein/Allmend ungefähr 130 Tage.

 

Das Rad der Zeit dreht vorwärts. Das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne fordert heraus - heute und morgen.